Energiearmut in Österreich 2024
517.300 Haushalte
1,04 Millionen Personen
Diese Haushalte waren 2024 von mindestens einer von vier Facetten von Energiearmut betroffen:
- sie können ihre Wohnung nicht angemessen warmhalten,
- sie haben ein Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle und gleichzeitig übermäßig hohen Energiekosten,
- sie haben aus finanziellen Gründen Zahlungsrückständen bei den Wohnnebenkosten,
- sie haben ein Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle und leben in Gebäuden mit Schimmel, Fäulnis, undichtem Dacht o.ä.
Der Energiearmuts-Indikator (EA) wurde gemeinsam von Statistik Austria und kea entwickelt und kurz darauf im Energiearmutsdefinitionsgesetz verankert. Er berechnet sich aus den entsprechenden EU-SILC Einzelindikatoren.
Ein Haushalt kann von mehr als einem Einzelindikator betroffen sein, der Energiearmuts-Indikator zählt diesen Haushalt trotzdem nur einmal als „energiearm“. Deshalb liegt der Wert des Energiearmuts-Indikators ein wenig unter jenem Wert, der sich aus der Summe der einzelnen Werte ergeben würde.
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Energiearmut Einzelindikatoren
4,4%
184.700 Haushalte
sind nicht in der Lage, die Wohnung angemessen warm zu halten
4,2%
172.400 Haushalte
haben ein niedriges Einkommen (Armutsgefährdung) und überdurchschnittlich hohen Ausgaben für Energie
4,6%
192.200 Haushalte
hatten aus finanziellen Gründen mindestens einmal Zahlungsrückstände bei Wohnnebenkosten wie Strom oder Heizung
2,5%
102.700 Haushalte
haben ein niedriges Einkommen (Armutsgefährdung) und undichtes Dach, oder Feuchtigkeit oder Schimmel in den Wänden, Fußböden oder im Fundament
| Name | Erklärung |
|---|---|
| EA | Haushalte, die von mindestens einer Facette von Energiearmut betroffen sind. Setzt sich zusammen aus EA-1, EA-2, EA-3 und EA-4. |
| EA-1 | Haushalte, die nicht in der Lage sind, die Wohnung angemessen warm zu halten. |
| EA-2 | Haushalte, die ein niedriges Einkommen haben (Armutsgefährdung) und überdurchschnittlich hohe Ausgaben für Energie |
| EA-3 | Haushalte, die mindestens einmal Zahlungsrückstände bei Wohnnebenkosten wie Strom oder Heizung hatten. |
| EA-4 | Haushalte, die ein niedriges Einkommen haben (Armutsgefährdung) und ein undichtes Dach, oder Feuchtigkeit oder Schimmel in den Wänden, Fußböden oder im Fundament |
| Weiterer Energiearmuts-Indikatoren |
| Quelle | Erklärung |
|---|---|
| EU-SILC | Wenn nicht anders spezifiziert, basieren die oben genannten Zahlen auf Sonderauswertungen der letzten EU-SILC Erhebung von 2024. Erhoben und berechnet werden diese von der Statistik Austria. Die neuesten Zahlen der EU-SILC Erhebung werden jährlich im zweiten Quartal veröffentlicht und dann auch zeitnah in diesem Dashboard aktualisiert. Mehr erfahren |
| VPI | Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist ein Maßstab für die allgemeine Preisentwicklung bzw. für die Inflation in Österreich. Der VPI wird neben seiner Rolle als allgemeiner Inflationsindikator für die Wertsicherung von Geldbeträgen (z. B.: Mieten, Unterhaltszahlungen) verwendet, er ist aber auch Datenbasis für Lohnverhandlungen. Mehr erfahren |
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| EA | EA ist ein Energiearmuts-Indikator. Es gibt verschiedene Einzelindikatoren, die unterschiedliche Aspekte der Energiearmut bewerten. |
| EU-SILC | EU-SILC ist eine jährliche Erhebung über die Lebensbedingungen in der Europäischen Union. Seit 2003 nehmen auch Haushalte in Österreich an der SILC-Befragung teil. Mehr erfahren |
| VPI | Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist ein Maßstab für die allgemeine Preisentwicklung bzw. für die Inflation in Österreich. Basis ist das Jahr 2015. Mehr erfahren |
| VPI-WWE | Kategorie 04 des VPI: Wohnung, Wasser und Energie Mehr erfahren |
Energiearmut 2018 – 2024
Zwischen 2018 und 2024 ist die Zahl der energiearmen Haushalte deutlich gestiegen. Waren 2018 nur 8,6% bzw. etwa 338.000 Haushalte von mind. einer Facette von Energiearmut betroffen, liegen die Werte für 2024 bei 12,5% bzw. über 517.000 Haushalte. Die größten Anstiege in diesem Zeitraum verzeichnen jene Haushalte, die ihre Wohnung nicht angemessen warmhalten können (EA-1). Der Vergleich mit Inflation zeigt, dass im selben Zeitraum auch die Inflation im Bereich Wasser, Wärme und Energie sehr hoch war.
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Betroffene Haushalte in Prozent
Zwischen 2018 und 2024 ist die Zahl der energiearmen Haushalte deutlich gestiegen. Waren 2018 nur 8,6% bzw. knapp 338.220 Haushalte von mindestens einer Facette von Energiearmut betroffen (EA-1 — EA-4), liegen die Werte für 2024 bei 12,5% bzw. über 517.000 Haushalte.
Die größten Anstiege in diesem Zeitraum verzeichnen jene Haushalte, die ihre Wohnung nicht angemessen warmhalten können (EA-1).
Der Vergleich mit dem Verbraucherpreisindex (VPI) zeigt, dass im selben Zeitraum auch die Inflation im Bereich Wasser, Wärme und Energie sehr hoch war. -
Betroffene Haushalte
Zwischen 2018 und 2024 ist die Zahl der energiearmen Haushalte deutlich gestiegen. Waren 2018 nur knapp 338.220 Haushalte (8,6%) von mindestens einer Facette von Energiearmut betroffen (EA-1 — EA-4), liegen die Werte für 2024 bei 517.000 Haushalte bzw. über 12,5%.
Die größten Anstiege in diesem Zeitraum verzeichnen jene Haushalte, die ihre Wohnung nicht angemessen warmhalten können (EA-1).
Der Vergleich mit dem Verbraucherpreisindex (VPI) zeigt, dass im selben Zeitraum auch die Inflation im Bereich Wasser, Wärme und Energie sehr hoch war. -
Energiearmut im Vergleich zu Inflation
Seit 2020 ist die Zahl der energiearmen Haushalte deutlich gestiegen. Der Vergleich mit dem Verbraucherpreisindex (VPI) zeigt, dass im Zeitraum zwischen 2020 und 2024 auch die Inflation im Bereich Wasser, Wärme und Energie sehr hoch war.
Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist ein Maßstab für die allgemeine Preisentwicklung bzw. für die Inflation in Österreich. Basis ist das Jahr 2015.
Erklärung: ein VPI von 120 bedeutet, dass seit dem Vergleichsjahr 2015 die Preise um 20% gestiegen sind.
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Das Energieministerium bietet Informationen zur aktuellen Energiesituation und -preisentwicklungen.
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Energiearmut nach Haushaltsmerkmalen
Energiearmut ist nicht über alle Wohn- und Lebenssituationen hinweg gleich verteilt. Besonders stark betroffen sind z.B.:
- Einpersonenhaushalte
- Haushalte in alten Gebäuden (erbaut vor 1960)
- Haushalte in kleinen Wohnungen unter 80m²
- Mieter:innen
- Haushalte in Großstädten wie Wien
- Haushalte mit keiner oder geringer Erwerbsbeteiligung.
37,2% der energiearmen Haushalte leben allein.
25,8% leben in Haushalten mit mehr als 4 Personen.
Energiearme Haushalte leben überwiegend in Gebäuden, die vor 1960 erbaut wurden.
Knapp über 50% der energiearmen Haushalte leben auf einer Fläche von weniger als 80m².
7 von 10 energiearmen Haushalte wohnen nicht im Eigentum, sondern überwiegend zur Miete.
40,2% aller energiearmen Haushalte in Österreich leben in Wien. Weitere 18,3% leben in anderen Großstädten mit über 100.000 Einwohner:innen.
Quelle: Statistik Austria Sonderauswertung im Auftrag der kea, basierend auf dem EU-SILC 2024.
Mehr als die Hälfte (57,8%) aller energiearmen Haushalte hat keine oder nahezu keine Erwerbsbeteiligung. 9,2% sind trotz voller Erwerbsbeteiligung aller Haushaltsmitglieder energiearm.
Quelle: Statistik Austria Sonderauswertung im Auftrag der kea, basierend auf dem EU-SILC 2024.
Weitere Indikatoren
Es gibt noch weitere Indikatoren, die verschiedene Energiearmutsfacetten erfassen und deshalb teilweise auch in nationalen und EU-weit gültigen Gesetzesvorhaben genannt werden. Die nachfolgenden Indikatoren sind eine Auswahl.
Weitere Informationen über relevante Indikatoren und Datenquellen zur Messung von Energiearmut finden sich im kea Monitoringkonzept (PDF).
8,3%
346.200 Haushalte
Armutsgefährdete Haushalte mit besonders niedrigen Energieausgaben gemessen an ihrem Einkommen (unter 7%)
7,8%
324.600 Haushalte
Armutsgefährdete Haushalte mit besonders niedrigen Energiekosten im Vergleich zum Rest der Bevölkerung (unter 70% der medianen äquivalisierten Energiekosten)
9,9%
413.300 Haushalte
Haushalte mit besonders hohen Energieausgaben gemessen an ihrem Einkommen (über 10%)
4,2%
174.500 Haushalte
Haushalte mit besonders hohen Energieausgaben gemessen an ihrem Einkommen (über 15%)
| Name | Erklärung |
|---|---|
| I-1 | Armutsgefährdete Haushalte mit besonders niedrigen Energieausgaben gemessen an ihrem Einkommen (unter 7%). Dieser Indikator signalisiert eine Unterversorgung mit Energie und entspricht dem Indikator gemäß Energiearmutsdefinitionsgesetz §5 Abs. 1b. |
| I-2 | Armutsgefährdete Haushalte mit besonders niedrigen Energiekosten im Vergleich zum Rest der Bevölkerung (unter 70% der medianen äquivalisierten Energiekosten). Dieser Indikator signalisiert eine Unterversorgung mit Energie und entspricht dem Indikator gemäß Energiearmutsdefinitionsgesetz §5 Abs. 1b. |
| I-3 | Haushalte mit besonders hohen Energieausgaben gemessen an ihrem Einkommen (über 10%). Dieser Indikator signalisiert eine hohe Kostenbelastung durch Energie und entspricht dem Indikator gemäß Energiearmutsdefinitionsgesetz §5 Abs. 1c. |
| I-4 | Haushalte mit besonders hohen Energieausgaben gemessen an ihrem Einkommen (über 15%). Entspricht dem Indikator gemäß Energiearmutsdefinitionsgesetz §5 Abs. 1c. |
| Quelle | Erklärung |
|---|---|
| EU-SILC | Wenn nicht anders spezifiziert, basieren die oben genannten Zahlen auf Sonderauswertungen der letzten EU-SILC Erhebung von 2024. Erhoben und berechnet werden diese von der Statistik Austria. Die neuesten Zahlen der EU-SILC Erhebung werden jährlich im zweiten Quartal veröffentlicht und dann auch zeitnah in diesem Dashboard aktualisiert. Mehr erfahren |
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